Programm einer Kindermeditation

Programm einer Kindermeditation

Um Kinder an den Buddhismus und Meditation heranzuführen haben wir von 2014 – 2020 im Buddha e.V. in Düsseldorf eine Kindermeditation angeboten. Wie es dazu kam haben wir hier beschrieben. Im Folgenden nun das Programm, das sich bei uns schnell etabliert und bewährt hat.

45 Minuten mit Kindern Buddhismus praktizieren

Wir haben das Programm auf 45 Minuten in Anlehnung an eine normale Schulstunde konzipiert. Es hat sich auch bewährt, nur Kinder in die Gruppe zu nehmen, die bereits in die Schule gehen. Diese Kinder sind es gewohnt, 45 Minuten ruhig und aufmerksam am Programm teilzunehmen.

Ankommen

In der Einladung geben wir an, wann die Türen aufgehen und wann es losgeht. In den 10-20 Minuten zwischen Ankunft und Beginn haben wir buddhistische Ausmalbilder bereitgelegt. Kinder, die zum ersten Mal dabei sind, werden von einem erfahrenen Kind durch die Räumlichkeiten geführt.

Teilnahme der Eltern

Eltern dürfen nur auf Wunsch beim ersten Mal in der letzten Reihe teilnehmen.

Beginn

Die Kindermeditation beginnt damit, dass sich alle Kinder auf ihren Platz setzen. Bevor es richtig losgeht, erklären wir den Kindern kurz, was passieren wird:

  • Die Glocke wird geläutet
  • Wir verbeugen uns
  • Wir chanten das Mantra „Om Mani Padme Hum“. Wir chanten das Mantra nur einmal, ansonsten wird es mit Kindern sehr schnell albern.
  • Wir rezitieren eine vereinfachte Form der Zufluchten. Die Kinder dürfen diese nachsprechen, müssen es aber nicht (nicht jeder fühlt sich wohl dabei, einschließlich Eltern):
    • Zusammen mit allen Lebewesen nehme ich von heute an,
    • Zuflucht zu Buddha als Lehrer,
    • Zuflucht zu seiner Lehre, und
    • Zuflucht zu unserer Gemeinschaft.

Regeln und Sitzen

Je nachdem, ob neue Kinder dabei sind oder nicht, gehen wir durch die Regeln und das Sitzen, oder aber kürzen es (oder lassen es bei erfahrenen Kindern komplett ausfallen):

  • Wir gehen kurz durch die wichtigsten Regeln: Nicht gegenseitig ablenken, achtsam sein, melden, wenn jemand etwas sagen möchte, etc.
  • Wir fragen, wer weiß, was das Mantra bedeutet („Oh Du Juwel in der Lotusblüte“), und was die Bedeutung der Lotusblüte ist.
  • Wir erklären auch kurz die Zufluchten.
  • Wir erklären kurz, wie man richtig sitzt und warum, nämlich um Körper und Geist in Einklang zu bringen. Gut funktioniert es, den Kindern zu suggerieren, sie seien eine Kerze. Der Rücken ist gerade und zeigt genau nach oben, der Kopf ist die Flamme und wird ruhig gehalten.

1. Meditation

Als nächsten meditieren wir zusammen für fünf Minuten. Falls neue Kinder dabei sind, erklären wir, was genau passiert: Wir prüfen unsere Sitzposition, finden einen Platz für die Hände und schließen die Augen. Die Augen werden erst dann wieder geöffnet, wenn die Glocke dreimal angeschlagen wird. Wir machen immer geführte Meditationen. Da gibt es eine Reihe von schönen Meditationen. Metta Bhavana kann gut für Kinder angepasst werden, ebenso ein Body-Scan und vieles mehr.

Nach der Meditation können wir auch kurz fragen, wie es war, was gut gelaufen ist, usw..


1. Geschichte

Wir bereiten immer eine kurze Geschichte vor, die wir den Kindern vorlesen. Dazu dürfen die Kinder sich dann entspannt hinsetzen oder auch hinlegen. Auch hier gibt es im Internet und Büchern viel zu finden. Hinterher besprechen wir die Geschichte, suchen nach parallelen im richtigen Leben, usw..

2. Meditation

Nun sollen die Kinder noch mal zur Ruhe kommen und weitere fünf Minuten meditieren. Wenn die Kinder zu aufgedreht sind, dann kann ein Body-Scan gut funktionieren, sie wieder zur Ruhe zu bringen. Wir können auch Abwechslung ins Spiel bringen und eine Meditation im Stehen oder Gehen durchführen. Wichtig ist es, den Kindern immer kurz noch mal den Ablauf zu erklären.

2. Geschichte

Die zweite Geschichte können wir auch ausfallen lassen, falls die Zeit schon zu weit fortgeschritten ist. Falls die Kinder zu aufgedreht sind, können wir hier auch etwas interaktives durchführen, zum Beispiel die Buddha-Statue untersuchen. Aber normalerweise haben wir hier einen weiteren Text. Es hat sich bewährt, einen lockereren Text zu nehmen als bei der ersten Geschichte, der aber zum selben Thema passt. Zum Beispiel könnte es im ersten Text um die Lehre zu Gier, Hass und Verblendung gehen, während im zweiten Teil eine Kindergeschichte zum Thema Neid vorgelesen wird.

Abschluss

Der Abschluss läuft ähnlich ab wie der Beginn, mit Verbeugung und Glocke. An dieser Stelle haben die Kinder oft einen starken Bewegungsdrang. Insofern sollten wir dies kurz halten und sie dann entlassen. Meistens haben wir dann noch Snacks. Wenn es Platz zum Toben gibt ist das super für die Kinder und ermöglicht ihnen, ihre eigene kleine Sangha zu erleben.

Fazit

Dieses Programm hat sich für uns bewährt, aber es ist natürlich nur ein Vorschlag.
Wir wünschen allen Lesern viel Erfolg und Freude beim Meditieren mit Kindern!